Dienstag, 22. November 2011

Empört euch!

Seht, was ich erduld und erdulde von wem, Da mir Heiliges heilig gegolten!

Die letzten Worte Antigones in Sophokles' Tragödie... 2000 Jahre später versucht sich die italienische Theatergruppe MOTUS in einer Annäherung, stößt auf aktuelle Geschehnisse in Griechenland, genauer auf den von der Polizei erschossenen, fünfzehnjährigen Alexandros und entwirft ein Stück des Protests, das in Zeiten von Occupy-Bewegung und der Krise Griechenlands kaum besser passen könnte.

Die Muffathalle als Ort des Protests. Projektionen, Klebeband. Dunkelheit. Aufblinkende Taschenlampen. Knarzender Boden. Knallende Türen. Ein Ort der Unsicherheiten und der Angst. In Zeiten von Aufständen werden die Mauern zur Zeitung der Stadt.

Schwer atmende Körper. Durchhalten! Tote Körper. Offener Mund.

Mord. Vergeltung? Antigone. Alexis. Gerechtigkeit? Wut. Empörung. Polyneikes.

Universelle Moral gegen die Gesetze des Staates.

Alexis musste zweimal sterben. Wie eine überfahrene Maus. Weder begraben noch beweint.

Antigone ist...

... das Quartier Exarchia
... eine tunesische Freiheitskämpferin
...
...

Moral gegen Staat!


Welches Leben lohnt es sich zu leben?
Was wird jetzt passieren?

Reicht es, Kunst zu machen? Was reicht denn überhaupt?

Empört euch! Dann werden aus der Einsamkeit... 2... 3... 4... 5...


Ein leidenschaftliches Stück Revolte, das unweigerlich an Stephane Hessels Buch "Empört euch!" denken lässt...

Von Miriam Althammer






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