Montag, 28. November 2011

DO TANK # 6

Stand der Dinge

Das Labor produziert die Fakten, liebe Katrin, so ist es nun einmal. Der DO TANK ist da auch keine Ausnahme sondern Beispiel und ich glaube, man sieht langsam das Netzwerk aus dem Kunstwerk herauswachsen, es verwurzeln und überranken. VERBASCUM spricht von einem nicht-menschlichen Akteur und seinen sozialen Einbindungen, die letztlich aber unabschließbar bleiben, weil diese Pflanzen und ihre Samen vielleicht alles und jeden überdauern, der an der Herstellung dieser Relationen beteiligt ist. WITHIN verwendet Farben als Kontrastmittel – fast wie Latour seine Begriffsarbeit – und zeichnet auf dem Marienplatz, im Englischen Garten, im Schellingsalon und am Max-Weber-Platz Bezüge nach, die immer schon da waren, aber meist verdeckt bleiben. Der Dampf im Müllerschen Volksbad entblößt und verhüllt die Teilnehmer von NACHTBLAU, er schmiedet einen seltsam durchlässigen Schleier und hält sich doch dezent im Hintergrund. Ich glaube, das Dazwischen müssen wir gar nicht erst konstruieren, es war immer schon da und es gilt eigentlich nur es sichtbar zu machen. Das leistet aber nicht einmal wirklich unsere Metasprache, sondern der begrenzte Kosmos einer kollektiven Forschungsarbeit, der wie in einer Petrischale die Bakterien und Viren erst durch ihre Struktur erkennbar werden lässt.

Wir sollten uns heute noch mit Bakterien beschäftigen. Und mit Laboratorien.

Gruß,
Gero

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