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Mittwoch, 23. November 2011

Geheimtipp

Da haben sich doch glatt die zwei Männer mit ihrem Zelt zum Geheimtipp des Festivals entwickelt!
Jeden Abend drängen sich einige Dutzend Leute zwischen Decken und Schaukelstühlen, blättern im Tagebuch der beiden.

Hey, we are asked for a gig! Spielart! Tilmann wrote us an email yesterday. I answered that we like to come with the Merc to Munich. An airplane version feels weak...

Und hier sind sie nun, bevor sie morgen wieder mit ihrem alten Mercedes nach Finnland verschwinden. Gerade schenken sie wieder ihren schwarzen Kaffee aus und lächeln selig ins Publikum...

Von Miriam Althammer

10 Journeys to a Place where Nothing happens # 3


Dienstag, 22. November 2011

10 Journeys to a Place where Nothing happens # 2

In the evening I read Douglas Kahn’s history of sound in the arts. He’s talking a lot of John Cage ja the Cagean silence. In the 40’s Cage was reading Jung: ”We are always surprised by the fact that something comes out of what we call ‘nothing’.”

And Kahn lets Jung to continue:

One must be able to let things happen. I have learned from the East what it means by the phrase ”Wu wei”: namely, not-doing, letting be, which is quite different from doing nothing. Some Occidentals, also, have known what this not-doing means; for instance, Meister Eckhart, who speaks of ”sich-lassen,” to let oneself be.

Well...

10 Journeys to a Place where Nothing happens # 1

2005–2009

We, Taito and Juha, started to ponder this performance five years ago. The first notes date from the autumn of 2005. That is when Juha drove a few times to Kantele to plan it. The moose carcass was shot in November. In December we shot some pictures of Taito as a moose-hunter. The ground and the trees were white. We got a small grant for the planning of the project.

In 2005, Taito's first daughter was born and Juha's father died. When did Taito's father die? Taito became a moose-hunter after his father died, because he wanted to keep the rifle his father had made himself. For that Taito needed a permission to carry a gun, and for the permission he needed hunter's diploma.

In 2006, we made another performance together.

In 2007, Juha divorced.

In 2008, we wrote some emails, in order to find out if somebody would be interested in performance where nothing happens. Somebody was interested, but nothing happened.

Samstag, 19. November 2011

Auf einer Reise mit Finnen...

Ganz versteckt und perfekt getarnt kann man seit einigen Tagen hinter dem Gasteig in der Kellerstraße ein Zelt entdecken. Dunkelgrün wie die endlosen Nadelwälder Finnlands, groß genug für 40 Besucher. Vor dem Zelteingang parkt ein alter Bus, Mercedes Baujahr 1974. Da kann man sich nur wundern, wie die beiden Performance- und Soundkünstler Juha Valkeapää und Taito Hoffrén dieses rostige Ungetüm sicher von Mäntsälä nach München gebracht haben.

Geschafft haben Sie's mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60km/h und empfangen nun die Zuschauer, wenn diese sich in ihr gemütliches Zelt verirren, mit Pancakes und Kaffee. Der perfekten Idylle aus kuschligen Decken, Schaukelstühlen und süßen Backdüften scheint nur noch ein knisterndes Lagerfeuer zu fehlen. Stattdessen prangt direkt neben dem Herd ein wuchtiger Fernseher, auf dem später Videos laufen werden. Finnische Lieder mischen sich mit Tagebucheinträgen der letzten fünf Jahre. Auf der Tuba erklingt eine traurige Melodie, während draußen die Kettensäge rasselt.

Und die beiden Finnen nehmen uns mit auf eine Reise - in ihr Land, zu den Elchjägern und in ihren Reise-Alltag, zu Eigenarten und Banalitäten. Doch die Gemütlichkeit wird ins Absurde geführt, Klischees aufgebrochen, Nichtigkeiten zu Kunst erhoben.

Spannende eineinhalb Stunden, deren Stimmung umfängt, einlullt und zu einem Ort führen, an dem nichts passiert... einem Ort der Sehnsucht, nicht existent.

Von Miriam Althammer